Neue Notdienstgebühren und die Frage- Was ist ein Notfall?

Heike MohnAktuelles

Höhere Gebühren und neue Notdienstzeiten

Am 14. Februar 2020 tritt die Vierte Verordnung zur Änderung der Tierärztegebührenordnung in Kraft. Damit steigen die Kosten im Tierärztlichen Notdienst. Zukünftig wird eine pauschale Notdienstgebühr in Höhe von 50€ (zzgl. MwSt.) erhoben. Außerdem müssen alle erbrachten Leistungen mindestens im 2-fachen Satz abgerechnet werden.

Auch die Notdienstzeiten haben sich geändert. Sie beginnen nun bereits um 18 Uhr und dauern bis 8 Uhr am nächsten Morgen. Das Wochenende beginnt Freitagabend um 18 Uhr und endet Montag um 8 Uhr. Ganz wichtig für Sie zu wissen: davon ausgenommen sind reguläre Sprechstundenzeiten. Das bedeutet, dass unsere verlängerten Öffnungszeiten dienstags und donnerstags davon nicht betroffen sind.

Was ist ein Notfall?

Für Sie als Besitzer ist häufig schwer einzuschätzen- Was ist ein Notfall, wann muss ich sofort reagieren und wann kann ich bis zur nächsten regulären Sprechstunde warten?

Die Bundestierärztekammer formuliert es so: ” Bei Notfällen sind ohne sofortige Hilfeleistung erhebliche gesundheitliche Schäden oder der Tod des Patienten zu befürchten.”

Anzeichen eines Notfalls sind:

  • Bewusstseinsverlust, Zusammenbruch
  • Atemnot
  • stärkere oder unstillbare Blutung
  • sehr helle/ blasse Schleimhäute
  • Krampfanfälle
  • Ihr Tier kann keinen Harn lassen
  • anhaltender blutiger Durchfall oder Erbrechen mit zunehmender Schwäche
  • Lähmungen
  • Augenverletzungen
  • Verschlucken von Fremdkörpern oder Giften
  • Verbrühungen, Verbrennungen, Hitzschlag
  • schwerer Autounfall
  • nicht fressende Heimtiere

Die Behandlung im Notdienst hat das Ziel, das Tier zu stabilisieren und Schmerzen zu lindern. Umfangreiche Untersuchungen oder spezielle Diagnostik werden nur durchgeführt, wenn sie zur Stabilisierung notwendig werden.

Erkrankungen, die bereits seit Längerem bestehen und nicht lebensbedrohlich sind, sind keine Notfälle! Hat Ihr Tier bereits seit einiger Zeit Symptome, überlegen Sie, ob eine Untersuchung am nächsten Werktag ausreicht.

Was mache ich im Notfall?

Zunächst am Wichtigsten: RUFEN SIE AN!!

Für uns in der Praxis ist immer wichtig, dass wir Bescheid wissen- auch während unserer regulären Sprechzeiten. Damit können wir Vorbereitungen treffen. So sparen wir im Zweifel wichtige Zeit.

ACHTEN SIE AUF IHRE EIGENE SICHERHEIT!

Gerade Hunde und Katzen, die Schmerzen haben, können beißen oder kratzen. Transportieren Sie kleinere Tiere in Transportboxen, größere Hunde auf einer Decke. Bitte sichern Sie Hunde mit einer Leine.

Quelle: Schnelle Hilfe für Hund, Katze & Co.- Informationen zum Tierärztlichen Notdienst für Klein- und Heimtiere, BTK